Sprungturm
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Umbau 08/09

Umbau und Sanierung des Freibades Steinheim ist nach einer Bauzeit von etwa 10 Monaten abgeschlossen.
Neueröffnung Freibad Steinheim

Die Neueröffnung ist am 03. Juli 2009 um 12.30 Uhr.
Nach einer Bauzeit von nur etwa 10 Monaten, in der durch die schlechten Witterungsbedingungen im Winter die Arbeiten für einige Wochen völlig zum Stillstand kamen, kann das städtische Freibad an der Schützenplatzallee nun wieder seine Tore öffnen.
Jung und alt sind herzlich eingeladen, das neu gestaltete städtische Freibad bei hoffentlich schönem Badewetter kennenzulernen.

Die nachfolgenden Ausführungen sollen aufzeigen, warum die Sanierung und Umgestaltung des Freibades erforderlich war und welche Maßnahmen durchgeführt wurden. Insbesondere der Förderverein attraktives Freibad Steinheim hat sich durch erhebliche finanzielle Aufwendungen an der Steigerung der Attraktivität des Schwimmbades maßgeblich beteiligt.

Sanierung Freibad Steinheim

Erläuterung zum Konzept „Sanierung Freibad Steinheim"

Das Freibad Steinheim wurde am 31. Juli 1955 eröffnet und zwischenzeitig nur unwesentlich verändert.
Der Entscheidung des Rates der Stadt Steinheim, das Freibad umzubauen und zu sanieren, lag Anfang 2008 die Erkenntnis zu Grunde, dass eine dauerhafte Bestandsicherung des Bades nur zu gewährleisten ist, wenn im Rahmen einer Sanierung die Einrichtungen des Bades dem Stand und den Anforderungen der heutigen Technik angepasst werden und gleichzeitig das Bad den veränderten Nutzungsgewohnheiten der Badegäste gerecht wird. Natürlich war ein weiterer wichtiger Grund die Reduzierung der Kosten des Bades.
Die Entwicklung der Bäder zeigt bundesweit einen Wechsel weg vom Sport- und Freizeitbad hin zu mehr Attraktivität, Kommunikation, Geselligkeit, Spiel, Spaß und Abwechselung sowie Entspannung und Erholung. Der überwiegend sportliche Charakter von Freibädern wurde somit von den Erfordernissen der Freizeit- und Erlebnisgestaltung und der aktiven Erholung abgelöst.

Beschreibung des Zustandes vor dem Umbau:
Das Freibad Steinheim verfügte über ein 50 m Kombibecken mit Schwimmer-, Nichtschwimmer und Sprungbecken.
Als Attraktion diente der Sprungbereich mit 1m, 3 m und 5 m Sprunganlage.
Die Wassertiefe fiel von 0,90 m auf 2,5 m ab. Im Sprungbereich betrug diese 3,8 m.

Die Gesamtwasserfläche betrug:
Nichtschwimmer:270 m²
Schwimmer: 380 m²
Sprungbecken: 235 m²
Gesamt: 885 m²

Die früher mögliche Umwälzleistung der Filteranlage betrug 140 m³/h.
Dies entsprach ca. 41 % der notwendigen Leistung.

Das Becken war als Betonbecken mit tiefliegender (Wiesbadener) Rinne ausgeführt.
Die Beckendurchströmung erfolgte als Längsdurchströmung, d.h. aufbereitetes Wasser wurde an den Stirnseiten mittels 4 Düsen eingebracht und abgesaugt.
Die Rückführung des Rohwassers erfolgte über die Absaugdüsen und die Rinne.
Ein Schwallwasserbecken im Sinne der DIN 19643 war nicht vorhanden. Das Becken wurde jährlich vor der Badesaison gereinigt, schadhafte Stellen ausgespachtelt und mit einem neuen Schutzanstrich versehen. Die Durchschreitebecken waren als Betonmulden ausgebildet und wurden, wie das Becken, jährlich mit einem Schutzanstrich versehen.
Das hydraulische System des Beckens entsprach nicht mehr den gültigen Regeln der Technik.
Da die Bäderrichtlinien im wesentlichen die Regeln der DIN 19643 übernehmen und zur gesetzlichen Grundlage für den Betrieb von Badewasseraufbereitungsanlagen erhoben wurden, war ein Bestandschutz für das System im Freibad Steinheim auf Dauer nicht gegeben.

Heizungsanlage

Die Kesselanlage verfügte über keinerlei Regelung. Sie wurde von Hand durch den Schwimmmeister gefahren. Diese wurde im Jahre 2007 mittels eines mobilen Blockheizkraftwerkes (BHKW) und eines Spitzenlastkessels saniert. Die Leistung wurde auf die neue Beckenanlage abgestimmt.

Sanierungskonzept

Um eine funktionelle Gestaltung der Beckenanlage, der Außenanlagen und der Durchschreitebecken mit Sicherung der hygienischen Anforderungen vorzunehmen, war eine Sanierung der Anlage unumgänglich. Die wichtigste Grundlage bei der technischen Gestaltung der Badebecken bilden die KOK-Bäderrichtlinien mit allen Forderungen an Wassertiefen, Stehstufen, Beschilderungen, Einstiegstreppen und baulichen Begebenheiten.

Grundlage der Beckenwasseraufbereitung ist die gültige Fassung der DIN 19643.

Wichtigste Voraussetzung für den Bäderbetrieb ist eine optimal ausgelegte Aufbereitungsanlage, in Verbindung mit einer effektiv gestalteten Beckendurchströmung. Der Schutz der Badegäste steht immer im Vordergrund.

Zur Sicherung einer gleichmäßigen Desinfektionsmittelkonzentration in allen Bereichen des Beckens ist das Badewasser kontinuierlich durch aufbereitetes Wasser zu ersetzen.

Hierzu ist es notwendig das Gesamtsystem der Beckendurchströmung so zu gestalten, dass aufbereitetes Badewasser durch Düsen im Boden (Vertikalströmung) gleichmäßig in das Becken einströmt und alle Bereiche erfasst.

Nach oben hin ist das Wasser über die Überlaufrinne abzuführen. Die Oberflächenbereiche werden intensiv durchströmt und Verschmutzungen werden abgeschwemmt.

Das abfließende Wasser, welches als Schwallwasser bezeichnet wird, wird aus dem Becken ausgetragen und sammelt sich im Schwallwasserbehälter. Von dort wird es über Pumpen, der Aufbereitungsanlage und nach Versetzen mit Desinfektionsmittel wieder dem Becken zugeführt.

Hierzu wurden im Bereich des Beckens, der Beckenumgänge und der Zuwegung zur Technikzentrale entsprechende Tiefbauarbeiten durchgeführt.

Beckenlandschaft

Durch die Umgestaltung (Trennung) der Becken sind erhebliche Minderungen der Umwälzleistungen für die einzelnen Beckenbereiche möglich. Somit werden Einsparungen im Bereich der Frischwasserzufuhr erzielt.

Ferner sind die hygienischen Anforderungen nochmals besser zu verwirklichen, da für Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken nach der DIN 19643 unterschiedliche Umwälzfaktoren zu Grunde gelegt werden können.

Des Weiteren ist nun eine unterschiedliche Beheizung der Becken möglich, was zu wesentlichen Energieeinsparungen führt. (1 Grad Temperaturabsenkung ergeben ca. 6 % Energieeinsparung).

Für die Gestaltung der Beckenlandschaft wurde das vorh. Becken soweit wie möglich genutzt. Durch die Reduzierung der Wasserfläche wurden Flächen gewonnen, die für das Einbringen des Schwallwasserbehälters und eines notwendigen Technikraumes für Rutsche und Schwallwasserdüse genutzt werden können. Die Umgestaltung wurde in konventioneller Art mittels Stahlbeton durchgeführt.

Das Schwimmerbecken ist auf 25 m verkürzt worden. Damit sind immer noch die Voraussetzungen für ein Wettkampfbecken gegeben. Die Wassertiefe wird bedingt durch das Einbringen der Verrohrung von 2,5 m auf 1,8 m begrenzt. Der Sprungbereich bleibt mit seinen Tiefen erhalten.

Länge: 25,0 m
Breite: 16,5 m
Breite Sprungbereich: 19,5 m
Tiefe: 1,8 m auf 3,8 m im Sprungbereich
Fläche: ca. 465 m²
Unwälzleistung: 202 m³/h
Besucherkapazität: 100 Pers. (Dauerbelastung)

Das Nichtschwimmerbecken wurde ebenfalls in das vorh. Becken integriert. Die Wassertiefe fällt, bedingt durch das Einbringen der Verrohrung, von 0,6 auf 1,25 m ab.

Als Attraktion sind bereits die Großrutsche sowie ein Wasserspeier aufgestellt.

Länge: 19,5 m
Breite: 16,5 m
Tiefe: 0,6 m auf 1,00 m
Fläche: 322 m²
Unwälzleistung: 238 m³/h + 35 m³ für Attraktionen
Besucherkapazität:120 Pers. (Dauerbelastung)
Temperatur:24 °C

Das Planschbecken wurde in seiner Größe nicht verändert. Besucherkapazität: 40 Pers. (Dauerbelastung)

Das Bad hat somit nun eine Gesamtkapazität von:
Schwimmerbecken 100 Pers.
Nichtschwimmerbecken 120 Pers.
Planschbecken 40 Pers.
Gesamtkapazität 260 Pers.

Nach allgemeinen Erfahrungen nutzen die Besucher eines Freibades im Durchschnitt eine Stunde die Becken. Daraus ergibt sich über einen Zeitraum von 8 Stunden eine max. Tageskapazität von ca. 2.080 Badegästen.

Beheizung der Becken

Für die Beheizung der Beckenanlage steht, wie bereits erwähnt, seit 2 Jahren eine mobile Kraft-Wärmekopplung (BHKW) mit zusätzlicher Brennwertkesselanlage als Spitzenkessel und Winterbeheizung zur Verfügung.

Wie in den letzten Jahren wird die Wassertemperatur im Nichtschwimmerbecken etwa 24 ° C betragen. Im Schwimmerbecken soll die Temperatur etwas niedriger sein. Die vorhandenen Anschlussleistungen der o.g. Anlagen sind ausreichend um die o.,g. Wassertemperaturen bis zu einer Außentemperatur von ca. 10 ° C abzusichern.

Aus diesem Grund muss das mobile BHKW in der Aufheizphase durch einen Spitzenlastkessel (modulierenden Brennwertkessel) unterstützt werden, der auch die Winterbeheizung übernimmt.

Eine effektiv arbeitende Beheizung der Anlage wird zu einer spürbaren Heizkosteneinsparung beitragen.

Filtersystem

Um eine ausreichende Filterleistung zu erreichen, wurde eine völlig neue Filteranlage in einem eigenen Gebäude notwendig. Das Gebäude befindet sich in Verlängerung der vorh. Terrasse. Da das Gebäude nur zum Wetterschutz der Filterkessel dient, wurde es in leichter Bauweise errichtet. In diesem Gebäude wurde ebenfalls ein separater Chlorraum integriert, welcher von außen zugänglich ist.

Schwallwasserbehälter

Der Filterkreislauf wurde im Rahmen der Umbaumaßnahmen mit einem Schwallwasserbehälter ausgestattet, der in die durch die Beckenverkleinerung frei werdende Fläche zwischen den beiden Becken eingebracht wurde.

Technikgebäude

Das vorh. Technikgebäude wird weiterhin genutzt. Hier wird die gesamte Pumpenanlage untergebracht.

Nachdem nun die Umbauarbeiten abgeschlossen sind und auch die gärtnerische Neugestaltung das bisherige Aussehen des Freibades verändert hat, zeigen die folgenden Aufnahmen das aktuelle Erscheinungsbild der Beckenlandschaft. Nach der Badesaison ist vorgesehen, den Rasenbereich (Liege- und Spielflächen) wieder durch eine Hecke vom Beckenumgang abzugrenzen.

Die neue, zusätzliche Attraktion im Freibad ist die 13,4 m lange, 3,20 m hohe und 3 m breite Breitwasserrutsche aus Edelstahl. Über eine Wendeltreppe erreicht man die Ausgangsplattform. Ein Gefälle von 23,6 % und 70 qm Wasser in der Stunden sorgen für ein Rutscherlebnis der besonderen Art. Die Landung erfolgt im Nichtschwimmerbecken bei einer Wassertiefe von etwa 1,00 m. Die Anschaffung der Rutschanlage einschließlich der erforderlichen Technik (ua. Pumpstation, Druckleitungsanschluss, zusätzlicher Filter) wurde durch den Förderverein attraktives Freibad Steinheim finanziert.
Breitwasserrutsche Freibad Steinheim
Die alten Steine des Beckenumlaufs wurden bereits zu Beginn der Bauarbeiten durch Mitglieder des Fördervereins aufgenommen und zunächst auf dem Fahrradgelände zwischengelagert. Ein Teil der Platten wurde auf den neu geschaffenen Zuwegungen im Freibad wieder verlegt, sodass in Zukunft die jährliche Regulierung und teilweise Neuverlegung der bisher vorhandenen Waschbetonplatten nicht mehr erforderlich ist.

Der durch die Rutschanlage und das zwischen den beiden Wasserbecken geschaffene Schwallwasserbecken vergrößerte Beckenumlauf hat einen neuen Belag erhalten. Die Anschaffung dieser neuen Steine war möglich, da der Förderverein des Freibades die Mehrkosten finanziert.

Die Angleichungen der Rasenflächen an die neuen Wege sind bereits mit Rasen eingesät. Im Bereich hinter dem neuen Filtergebäude zum Stadion hin wurde die vorhandene Baum- und Buschanlage beseitigt, sodass auch diese Fläche dem Freibad nun als zusätzliche Liegewiese zur Verfügung steht wird.

Im Zuge der Umbauarbeiten wurden an der Nordseite des Schwimmerbeckens die Betonstartblöcke durch neue, aus Edelstahl bestehende Absprung-Vorrichtungen ersetzt. Die ebenfalls aus Edelstahl bestehenden neuen Ein-und Ausstiegsleitern werten die Becken auch optisch auf und ermöglichen mit den neu geschaffenen Treppenanlagen sowohl im Nichtschwimmer- wie im Schwimmerbecken einen bequemen Ein- und Ausstieg für jung und alt.

Durch die Entfernung des alten Beckenkopfes ist die bisher vorhandene etwa 40 cm unter der Beckenoberkante liegende Ablaufrinne beseitigt worden. Der Wasserspiegel ist daher nun mit der Beckenoberkante gleich. Das über das Becken schwappende Wasser wird durch die neue im Beckenumlauf integrierte Überlaufrinne in das Schwallwasserbecken abgeleitet.

Durch die völlig neu verlegten Abgangs- und Zulaufleitungen wird das Wasser zu dem neuen Filtergebäude geleitet und dort gereinigt und erwärmt.

Durch die neuen und ausreichenden Filterkapazitäten ist sichergestellt, dass auch bei sehr gutem Besuch im Freibad das Wasser immer eine hervorragende Qualität durch die ständige Filterung hat. Das nun durch viele, regelmäßig im gesamten Beckenboden verteilten Wasserdüsen in das Nichtschwimmer- und Schwimmerbecken eintretende aufbereitete Wasser sorgt an jeder Stelle im Becken für eine gute Wasserqualität.

Ein wichtiger Gesichtspunkt für die geplanten Umbaumaßnahmen waren die Möglichkeiten Kosten einzusparen. Um das Volumen der Becken zu reduzieren und so die m³- Wassermenge um etwa 30 % zu verringern wurde das bisher vorhandene 50-Meter-Becken geteilt und durch einen 5 m breiten Zwischenbereich abgetrennt. Außer unter der weiterhin vorhandenen 1m, 3 bzw. 5 m-Sprunganlage wurde der Beckenboden angehoben sodass z.B. im Schwimmerbecken die Wassertiefe nur noch 1,80 m beträgt.

Durch die so verringerte Wassermenge werden sich die Kosten für die Anschaffung, Behandlung, Erwärmung und Entsorgung des Wassers erheblich reduzieren. Eine weitere Reduzierung des benötigten Frischwassers ergibt sich durch die neue Filtertechnik und die Art der Einleitung in die Becken. Die geforderten Richtwerte für die Qualität des Wassers werden durch die neue Technik erreicht und die gleiche Qualität ist überall in den Becken gleichermaßen vorhanden.

Im Rahmen der Renovierungs- und Umbauarbeiten wurden im Umkleide- und Sanitärbereich durch den Freibad-Förderverein die alten Duschanlagen ebenfalls saniert. Die nun gefliesten Duschbereiche bei den Damen und Herren und die neu installierte Technik mit Durchlauferhitzern bieten den Gästen des Bades auch in diesem Bereich Voraussetzungen die dem Stand der heutigen Technik entspricht.

Der Bereich der Spielflächen ist im Großen und Ganzen unverändert geblieben. Das große Planschbecken mit der kleinen Rutsche und den vielen aufgemalten Tierfiguren wird auch in Zukunft die kleinsten Besucher unseres Freibades anziehen. Für die etwas älteren ist der große Spielplatz mit dem wieder aufgestellten „Hally-Gally" der Treffpunkt für sportliche Erlebnisse.

Besonders beliebt und immer sehr gut genutzt werden die 3 Beach-Volleyballfelder im Freibad, die auch weit über die Grenzen Steinheims hinaus aufgrund der hier in den letzten Jahren durchgeführten Turniere sehr bekannt sind.

Beach-Volleyballfelder Freibad Steinheim
Vorher
Nach Umbau Freibad Steinheim
Nachher



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